Die wichtigsten Museen in Deutschland
Wer beim Thema “Museum” sofort gähnen muss und den Geruch von Staub in die Nase bekommt, der war wohl schon lange in keinem mehr. Vom leblosen Ort der Kunst- oder Kulturkonserve haben moderne Museen sich längst wegentwickelt und bieten heute Erlebnisse für alle Sinne. Kulturbegegnung und Wissens-Erlebnis statt ehrfurchtsvollem Starren auf kostbare Exponate: Museum funktioniert heute völlig anders als früher.
Die berühmtesten Vertreter
Besonders beliebt sind immer wieder Völkerkundemuseen. Eines der größten in Europa ist das Völkerkundemuseum in Berlin (auch: Ethnologisches Museum). Über 500 000 Objekte laden dazu ein, lebende und versunkene Kulturen aus allen Ländern kennenzulernen. Darüber hinaus können die Besucher bei Spezialveranstaltungen, beispielsweise einer japanischen Tee-Zeremonie, selbst in die fremde Kultur eintauchen.
Für Technikverliebte bietet sich ein Besuch im Deutschen Museum für Naturwissenschaften und Technik in München an. Es ist das größte Technikmuseum der Welt und bietet deutlich mehr Gehirnnahrung, als bei einem einzelnen Besuch “verdaut” werden kann. Regelmäßig werden hier Vorträge zu verschiedenen Themen gehalten.
Aktiver kann der Besucher im “Spectrum” werden. Dieses Angebot des Berliner Technikmuseums bietet auf vier Etagen über 250 technische Experimentier-Anordnungen. Anfassen und Ausprobieren ist hier ausdrücklich erwünscht! So kann man sich durch die großen Bereiche der Physik, wie Elektrizität, Magnetismus, Optik und Mechanik, hindurch experimentieren und am großen Pendel in der Eingangshalle zusehen, wie die Erde sich dreht.
Kunstbegeisterte kommen in der Alten oder Neuen Pinakothek in München auf ihre Kosten. Alte und moderne Gemälde quer durch alle Epochen können in den lichtdurchfluteten Räumen bewundert werden.
Einen echten Schatz kann man im Grünen Gewölbe im Dresdner Zwinger bestaunen. Vom goldenen Kaffee-Service über Münzen und Schmuck bis hin zur bedeutendsten Sammlung osmanischer Kunst außerhalb der Türkei ist hier alles vertreten, was das Leben der Fürsten in den letzten fünfhundert Jahren verschönert hat.
Das etwas andere Museum
Wer gerne an der frischen Luft ist, kann trotzdem ins Museum gehen. Um die 200 Freilichtmuseen gibt es in Deutschland, die meisten davon im süddeutschen Raum. Hier wird der Alltag vergangener Jahrhunderte zum Leben erweckt. Eine der größten Anlagen ist das Freilichtmuseum in Kommern, wo bäuerliches Leben aus vergangener Zeit gezeigt wird. Die meisten Freilichtmuseen bieten Mitmach-Möglichkeiten: Vom Tag in der Dorfschule übers Brotbacken bis hin zum Erlernen traditioneller Tänze reicht die Palette, die auch für jede Altersstufe etwas bietet.
So manche Museen heißen gar nicht “Museum” und fühlen sich auch nicht so an: die UNESCO-Weltkulturerbestätten, von denen es in Deutschland 33 gibt. Die Bamberger Altstadt zum Beispiel ist ein Museum zum Anfassen, Aussicht-Genießen, Biertrinken, In-der-Sonne-Sitzen und Entspannen. Der Dom in Aachen, die Spuren der Römer in Trier, die Schlösser und Gärten von Potsdam oder die klösterliche Ruhe in Maulbronn bieten großartige Einblicke in vergangene Zeiten.
Doch auch viele kleine Privat-Museen sind einen Besuch wert: Erholung von der großen Kunst bietet das Currywurst-Museum. Tiefenentspannung im Hanfmuseum oder ungewöhnliche Einblicke im Nachttopfmuseum: für jeden Geschmack ist das Richtige dabei.
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